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Money Talk! Eva, 23, Studentin, Dresden

Aktualisiert: 17. Okt 2020

Kannst du uns kurz deine finanzielle Situation beschreiben?

Ich bin (noch) Studentin und mache sehr bald meinen Abschluss. Danach werde ich dann in den Beruf starten. Ich habe mein gesamtes Studium über ein Stipendium erhalten und jobbe momentan in einem Café, um für meinen anstehenden Umzug zu sparen.


Bist du finanziell unabhängig vom Staat, vom Partner/der Partnerin und der Familie?

Derzeit bin ich als Studentin noch finanziell abhängig von meinen Eltern und bin nicht BAföG-berechtigt. Besonders, wenn man halbwegs in Regelstudienzeit fertig und nebenbei Praktika und Auslandsaufenthalte einbauen möchte, ist es meiner Erfahrung nach unglaublich schwierig, in jeder Hinsicht finanziell unabhängig zu sein. Es bedeutet mir aber viel, dass ich durch die Unterstützung meiner Eltern, mein Stipendium und meinen Nebenjob schuldenfrei ins Arbeitsleben starten kann.


Was ist dein größter jemals gemachter Fehler beim Thema Geld?

Ich bin zwar noch vergleichsweise jung, habe das Thema Finanzen aber bisher vor mir hergeschoben und mich bis vor einigen Monaten wenig selbst informiert. Meine Ausrede war, dass es mir schlicht zu kompliziert und komplex war und ich dachte, dass andere sowieso mehr Ahnung haben. Das versuche ich gerade zu ändern und lese mich intensiv in verschiedene Themen ein, um mit meinem Berufsstart auch systematisch vorsorgen zu können.


Was ist das Beste, was du in Gelddingen erreicht hast?

Ich hatte, kurz nachdem ich vor einigen Monaten konkret anfing, mich mit dem Thema Geld und Finanzen auseinanderzusetzen, einen Termin mit einer Bausparberaterin bei meiner Bank. Da ich nun weiß, dass solche Beratungen in den wenigsten Fällen unabhängig verlaufen und ich hinterfrage, wer dort eigentlich an mir verdient, habe ich trotz anhaltender Argumentation der Beraterin selbstbewusst den Abschluss eines weiteren Bausparvertrages abgelehnt. Es hieß „Eigentum ist die sicherste Geldanlage“ – da ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, wo es mich beruflich hinzieht und ob ich in meinem Leben überhaupt bauen möchte, erschien es für mich unsinnig, mich mit Mitte 20 so langfristig zu binden. Außerdem habe ich bereits vor einigen Jahren angefangen, monatlich einen zwar verhältnismäßig kleinen, aber für mich als Studentin dennoch bedeutsamen Betrag zur Seite zu legen. Dieser Betrag kommt mir bei meinem anstehenden Umzug zu Gute, langfristig möchte ich diesen Betrag gerne erhöhen und konkret investieren.


Was ist der beste Geld-Ratschlag, den du je bekommen hast?

Vielleicht kein Ratschlag, aber eine Art Mantra, das meine Eltern mit seit früher Kindheit immer wieder verinnerlichen: „Du musst immer zusehen, dass du auf eigenen Beinen stehen kannst. Lerne so viel du kannst, damit du im Leben unabhängig von anderen bist.“ Das ist mir bis heute wichtig und ich lege extrem viel Wert darauf, dies bei meiner Lebensplanung zu berücksichtigen.


Verfolgst du finanzielle Ziele? Falls ja, welche?

Kurzfristig ist es mein Ziel, einen gut gefüllten Notgroschen aufzubauen beziehungsweise meine monatliche Sparrate zu erhöhen. Kurz- bis mittelfristig möchte ich mir passende ETFs heraussuchen, eine solide Strategie entwickeln und mich endlich trauen, Geld konkret anzulegen. Langfristig soll dies dazu führen, dass ich für mein Alter abgesichert bin und mich nicht auf das (deutsche) Rentensystem verlassen muss.


Wer ist die Person, zu der du gehst, wenn du über Geld sprechen möchtest?

Im Moment regele ich vieles für mich selbst, lese viel und höre Podcasts, um mich zu informieren. Bisher war es immer meine Mutter, mit der ich mich über finanzielle Dinge ausgetauscht habe. Auch ein guter Freund von mir ist ein Ansprechpartner, wenn es um konkretere Fragen zu ETFs und Aktien geht.

Kennst du deine Einnahmen und Ausgaben genau? Führst du Haushaltsbuch oder nutzt du eine App?

Ich kenne meine monatlichen Einnahmen und meine fixen Ausgaben genau und weiß, wie viel Geld ich für was zur Verfügung habe. Ein handschriftliches Haushaltsbuch habe ich zu den Zeiten geführt, als meine finanziellen Mittel beschränkter waren, vor allem während meines Auslandsstudiums. Daher kenne ich auch meine „guilty pleasures“, also Dinge, die mich unbewusst viel Geld kosten und kann damit nun bewusster umgehen. Inzwischen habe ich mir eine App zugelegt, um einen genaueren Überblick zu haben.


Hast du Geld investiert? Aktien? Fonds, etc.? Wenn ja, wie?

Noch nicht – dies strebe ich für die nahe Zukunft aber an.


Was bedeutet finanzielle Unabhängigkeit für dich?

Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet für mich, auf eigenen Beinen zu stehen und auf niemanden angewiesen zu sein. Es heißt, die (materiellen) Dinge, die ich mir leisten möchte, ohne Rücksprache mit anderen erfüllen zu können. Es bedeutet aber auch, langfristig abgesichert zu sein, im Notfall niht finanziell überfordert zu sein, fürs Alter vorzusorgen und sich nicht blauäugig auf finanzielle Versprechen zu verlassen – sei es von individuellen Personen, von Banken oder vom Staat.



Worein investierst du dein Geld noch? Gemeint sind nicht nur finanzielle Investitionen, sondern auch andere.

Neben alltäglichen Investitionen gebe ich monatlich Geld für mein Fitnessstudio und meine Vereinsmitgliedschaften aus. Am liebsten investiere ich mein Geld aber in schönes Wohnen, in Reisen und in gemeinsame Aktivitäten mit meinem Partner, meiner Familie, meinen Freundinnen und Freunden.


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