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Wenn Frauen ihre Finanzen nicht im Blick haben, wird das nichts mit der Gleichberechtigung

Aktualisiert: 12. Nov 2019

Heute möchte ich euch kurz die wichtigsten Aussagen eines Artikels aus ZEIT-online vorstellen, der mich sehr beeindruckt hat. Katrin Wilkens, Autorin des Artikels, berät mit ihrem Team seit acht Jahren Mütter, die nach der Babypause einen neuen Job wollen. Sie hat erlebt, dass bei Frauen, die Mütter werden, so eine Art Identitätsauflösung stattfindet: Sie fürchten sich vor dem Wiedereinstieg in den Beruf und opfern sich für ihre Kinder auf. Und das, so Katrin Wilkens, habe seinen Preis:


- 90 Prozent aller Frauen zwischen 30 und 50 Jahren verdienen laut Bundesfamilienministerium weniger als 2000 Euro netto im Monat.

- Fast ein Drittel aller Frauen in Deutschland zahlt null Cent in eine private Altersvorsorge ein.

- Eine Frau - Akademikerin, zwei Kinder, Teilzeit-Lösung - verzichtet im Laufe ihres Lebens auf bis zu 750.000 Euro (in der Babyphase, beim Wiedereinstieg in den Beruf und schließlich bei der Rente).


Schneller als den Frauen bewusst wird, würden sie ein Leben in Abhängigkeit vom Portemonnaie des Ehemanns führen und den Großteil ihrer Energie in die unbezahlte Arbeit des Sichkümmerns stecken, so die Autorin. Frauen müssten endlich anfangen zu rechnen, um zu verstehen, welche finanziellen Nachteile ihnen aus diesem Sichkümmern entstehen.


- einer OECD-Studie zufolge tragen deutsche Frauen im internationalen Vergleich am wenigsten zum Haushaltseinkommen bei.

-Deutsche Mütter arbeiten in der Regel Teilzeit und verdienen wenig Geld. Und zwar so wenig, dass sie oft nicht allein für die Miete aufkommen könnten.

-Westdeutsche Frauen beziehen heute im Durchschnitt 600 Euro Rente.


Warum, so fragt Katrin Wilkens, begeben sich Frauen sehenden Auges in die Altersarmut? Warum denken sie nicht an ihre Rente? Warum führen sie sich ihre eigene finanzielle Abhängigkeit von ihren Männern nicht vor Augen? Überlassen Frauen die Geldangelegenheiten immer noch zu gerne dem Mann und fühlen sich nicht dafür zuständig?


Das sei gefährlich, so die Journalistin in ihrem Artikel. Schließlich würde in Großstädten inzwischen jede zweite Ehe geschieden und seit der Unterhaltsreform von 2008 habe die Frau keinen Anspruch mehr auf Unterhalt, sobald das Kind drei Jahre alt ist. Der Gesetzgeber gehe davon aus, dass sie dann Vollzeit-erwerbstätig sein könne.


Was also sollten Frauen tun? Was ist ihr Rat? Katrin Wilkens macht einen Vorschlag: "Paare, die ein Kinde erwarten, treffen eine Vereinbarung. Wenn das Baby da ist, kümmern wir uns beide darum - und zwar 50:50. Diese Vereinbarung schreiben wir auf und unterzeichnen sie gemeinsam. Tut man bei einem Mietvertrag ja auch.


Wenn das nicht geht oder nicht gewünscht ist, sieht der Vertrag vielleicht so aus: Wenn Ihr Gatte mehr arbeitet als Sie, lassen Sie sich zumindest 200 Euro monatlich auszahlen, um sie anzulegen. Nach 30 Jahren kommt immerhin eine kleine Zusatzrente dabei heraus."


Der dritte Vorschlag von Katrin Wilkens sieht so aus: Der Mann arbeitet, die Frau bleibt zu Hause, aber es werden alle Einnahmen geteilt. Alle. Und davon wird von beiden die Rentenvorsorge anteilsmäßig gleich bezahlt.


Finanzielle Autonomie, Sicherheit und Handlungsmacht von Frauen seien extrem wichtig. Dem kann ich mich nur anschließen. Viel Spaß beim Lesen. Den ZEIT-online-Artikel findet ihr hier: https://www.zeit.de/2019/43/gleichberechtigung-frauen-finanzen-einkommen-unabhaengigkeit

Katrin Wilkens hat 2019 übrigens auch ein Buch veröffentlicht "Mutter schafft" welches Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf hilft.



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