Was hat unser Supermarkteinkauf mit dem Klimawandel zu tun?

Aktualisiert: 18. Nov 2019

Wer kennt es nicht, die Aussage: wenn wir den Klimawandel aufhalten wollen, dann müssen wir anders einkaufen? Was heißt das aber genau? Heute las ich einen ziemlich interessanten Zeitungsartikel in der Süddeutschen Zeitung: „Die Klima-Diät“. Darin steht, dass Forscher meinen, die Lebensmittelproduktion verursache ca. ein Drittel aller Treibhausgase. Dabei gäbe es vor allem drei große Probleme:


1.) Es werden Wälder und Weiden für Plantagen abgeholzt, was nicht gut ist für die Umwelt.

2.) Wenn Felder gedüngt werden, entweichen Treibhausgase.

3.) Bei der Viehzucht entstehen Methangasemissionen, vor allem bei der Rinderzucht.


Es sei außerdem so, dass 70 Prozent des Trinkwassers verbraucht wird für die Lebensmittelproduktion (alle reden immer von der Avocado, bei deren Produktion so viel Wasser verbraucht wird…). Wenn wir die Erderwärmung auf 2 Grad beschränken wollen, dann müssten wir radikal etwas ändern. Zumal die Weltbevölkerung noch wachsen wird.


Was also sollen wir beim Einkaufen im Supermarkt beachten?

Die Forscher raten, darauf zu achten, dass man keine Produkte kauft, die mit dem Flugzeug nach Deutschland gekommen sind, zum Beispiel sonnengereifte Tropenfrüchte, frische Beeren, bestimmte Kräuter und Feigen aber auch Fische.

Man sollte sich auch – wenn möglich – informieren, welche CO2 Bilanz die Lebensmittel haben.


Hier einige Beispiele:

1 kg Tomate (im Oktober gekauft) 0,3kg CO2

1kg Tomate (im Dezember gekauft) 1,7kg CO2

1 kg Papayas (mit Flugzeug transportiert) 9kg CO2

1kg Emmentaler 9,5kg CO2

1 kg Kalbsfleisch 64,5kg CO2


Was auch noch hilft?

Genau hinschauen! Bio ist zwar besser fürs Tierwohl und für die Böden aber der Methangasausstoß bei der Biofleischproduktion ist pro Tier höher als bei konventionellem Fleisch. Wer hätte das gedacht?


Nützt es dem Klima auch, wenn ich regional einkaufe?

Nicht unbedingt, sagt der Experte im Zeitungsartikel. Wenn wir jedoch ganz strikt saisonal und regional einkaufen, dann ist das schon gut. Das sieht man zum Beispiel bei dem CO2 Ausstoß pro Kilo Tomate. Im Oktober gekaufte Tomaten sind für viel weniger CO2 Ausstoß verantwortlich als im Dezember gekaufte Tomaten. Der Grund dafür ist die hohe Energie, die in Gewächshäusern verbraucht wird. Zwischen Februar und Mai sollte man am besten gar keine Tomaten kaufen, so die Expertenmeinung.


Auf jedem Fall hilft es dem Klima, wenn wir die Fleischmenge reduzieren, die wir konsumieren/einkaufen. (Dazu gibt es übrigens ein neues Buch des Bestsellerautors Jonathan Safran Foer „Wir sind das Klima!“)


Der Forscher, der in dem besagten Zeitungsartikel in der Süddeutschen Zeitung interviewt wird, ist übrigens Manuel Klarmann, 35 Jahre alt. Er hat in Zürich vor elf Jahren das Start-up „Eaternity“ gegründet. Er und seine 10 Mitarbeiter berechnen die CO2-Bilanz von Nahrungsmitteln. Er hält auch Vorträge, berät Restaurants oder führt Wettbewerbe für „klimafreundliche Kantinen“ durch.

Er empfiehlt auch die App Codecheck, die uns beim Supermarkteinkauf mit nützlichem Wissen zur Umweltfreundlichkeit der Produkte unterstützen kann. Die App ist eine Art Shoppingberater für klimafreundliches Einkaufen. Lad sie dir doch runter oder schau sie dir an, ist kostenlos!


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